Die Geschichte von Italien

Mit der Gründung Roms im achten Jahrhundert vor Christus begann eine der berühmtesten Geschichten der Welt. Der Sage nach waren die Brüder Romulus und Remus die Gründer des neuen Reiches Rom, das später einmal zum größten Imperium der Antike werden sollte. Die Zwillinge, von einer Wölfin groß gezogen, gerieten jedoch in einen tödlichen Streit in dem Remus verstarb und Romulus nicht nur zum ersten König, sondern auch zum Namensgeber avancierte. Doch neben Rom waren es auch die Griechen und Etrusker, die Italien eine wichtige Rolle in der Antike zusprachen, denn dank ihnen erlebte die italienische Kultur ihre erste Blüte.

Rom jedoch war bald nicht mehr genug und mit Beginn der Republik 492 vor Christus begann die vermehrte, wenn auch zunächst weiter langsame Expansion des Staates, die 300 Jahre später zu einem Höhepunkt gelangen sollte, der weitere 400 Jahre von einem Klimax zum Anderen getrieben wurde und hundert Jahre nach Christus nicht nur den größten Teil Europas, sondern auch ganz Nordafrika, den mittleren Osten und weite Teile Asiens beinhaltete. Stets waren Kriege ein Teil des Lebens Roms und mit dem Zerfall der Republik waren es nicht mehr nur externe Feinde, die dem Volk zu schaffen machten, sondern auch interne, was vermehrt zu Bürgerkriegen führte, bis dereinst Julius Caesar an die Macht kam und nach seinem Tod sein Adoptivsohn Octavian nach weiteren Jahren der Machtkämpfe schließlich das Kaiserreich begründete. Mit dem Beginn der Ära Augustus war Rom von einem zweihundert Jahre währenden Pax Romana umgeben, der einen Weltfrieden unter der römischen Herrschaft versprach.

Die Spaltung in zwei römische Reiche:

Das Kolosseum in Rom

Das Kolosseum in Rom

Doch das Reich wurde letztlich zu groß um es von einem Ort und mit einer Person alleine regieren zu können und so kam es unweigerlich im Laufe der Jahrhunderte zur Spaltung in ein west- und ein oströmisches Reich. Während Letzteres noch bis weit in die Kreuzzugzeit hinein Bestand hatte, ging Ersteres im Laufe der Völkerwanderungszeit und den stetigen neuen Grenzkämpfen immer mehr verloren und schließlich unter. Die Germanen besetzten das Land und wurden die Herrscher über die einstige Wiege der antiken Kultur und Macht. In dieser Zeit entstand ein neuer politischer und religiöser Machtfaktor: der Vatikan. Zweihundert Jahre wehrten sie sich gegen die Eroberung durch die Langobarden und konnten schließlich, mit Hilfe eines Deutschen Kaisers, obsiegen.

Unruhige Zeiten

Der Markusplatz in Venedig

Der Markusplatz in Venedig

Langsam kehrte der Wohlstand, wie man ihn vielerorts aus der Antike kannte, zurück und um 1000 nach Christus genossen diesen bereits wieder viele Städte. Einige Städte wurden Stadtstaaten, wie Mailand, Florenz oder Venedig und zu den größten Förderern der Kunst, Literatur und Philosophie. Drei der bedeutendsten Künstler der Geschichte wirkten teilweise gleichzeitig in denselben Städten: da Vinci, Michelangelo und Raffael. Doch auch die Renaissance und die nachfolgenden Jahrhunderte sollten Italien immer wieder mit Krieg überziehen und zwischendurch wurde das Land sogar von Frankreich, Spanien und Österreich annektiert. Mit Napoleon, der Italien für Frankreich ein weiteres Mal eroberte, gelang es das erste Mal seit der Antike, das Land zu vereinen, doch nachdem dieser auf den europäischen Schlachtfeldern 1814 geschlagen war und ins Exil gehen musste, erfolgte eine wiederholte Neuordnung, die das Land einmal mehr spaltete. Diesmal allerdings nur wenige Jahrzehnte, denn letztlich gelang es, mit Viktor Emanuel II. ein italienisches Königreich zu gründen, welches die damals gesamten italienischen Regionen vereinte.

Ende des 19. Jahrhunderts beteiligte auch Italien sich am Wettlauf um die Kolonien, wurde aber wie die meisten Staaten Europas und teilweise auch der restlichen Welt, nur wenige Jahrzehnte später in den ersten Weltkrieg hineingezogen, der sowohl das Land, als auch die Kolonien bedrohte. Nach Kriegsende wurde das italienische Staatsgebiet erweitert, denn die Österreicher mussten 23.000 km² Land an den ehemaligen Feind abgeben und die Unzufriedenheit mit den Alliierten, die mehr versprochen hatten, die stetig steigende Arbeitslosigkeit und die Frustration über die eigene Regierung führte schließlich zu einem dramatischen Wechsel an der Spitze, welcher über mehr als zwei Dekaden den Faschismus das Land regieren ließ.

Italien in der Neuzeit

Unter dem Diktator Mussolini wurden Sümpfe trocken gelegt und neue Landstriche innerhalb der Halbinsel erobert, aber auch Pläne geschmiedet mit dem deutschen Diktator Hitler zusammen eine neue Weltherrschaft zu etablieren. Ab 1925 befand sich Italien im Dauerkriegszustand mit anderen Ländern und eroberte einzelne neue Gebiete. Und erst der zweite Weltkrieg, in dem das Land zunächst auf deutscher Seite kämpfte, brachte schließlich die Wende. Italien wurde von den Alliierten erobert und teilte sich während der letzten Kriegsjahre zwangsweise einmal mehr auf: in die freien und die noch faschistisch besetzten Gebiete. Doch nach dem Krieg gelang es schließlich die Republik Italien zu etablieren, welches das Land auch heute noch ist. Vom Traum der Deutschen in den 50er Jahren, hin zu einem der wichtigsten Mitglieder der EU, einem der beliebtesten Touristenziele der Welt und dem Gemüse- und teilweise Blumengarten Europas, führten schließlich die Nachkriegsjahre bis heute, die ihre eigenen Höhen und Tiefen mit sich brachten und auch in Zukunft bringen werden.