Die Region Kalabrien

Italienischer Name: Calabria

Fläche: 15.080,55 km²

Einwohner: ca. 2.000.000

Hauptstadt: Catanzaro

Ferienorte in der Region: Tropea

Lage

Geschichte

Klima

Freizeitmöglichkeiten

Sehenswürdigkeiten

Küche und Spezialitäten

Urlaubsangebote

Die Lage der Region Kalabrien:

Die Region Kalabrien

Die Lage der Region Kalabrien

Die südlichste Region Italiens, unabhängig von den Inseln, ist Kalabrien, welche zugleich die Stiefelspitze des Festlandes darstellt. Im Westen grenzt sie an das Tyrrhenische Meer und darüber hinaus an Sizilien an. Im Norden befindet sich die Nachbarregion Basilicata und sowohl im Süden als auch im Osten grenzt das Ionische Meer an das Gebiet an. Kalabrien ist ein bergiges Gebiet, welches durch zahlreiche Flüsse durchzogen wird, die jedoch nur von Herbst bis Frühjahr Wasser führen, da die Sommerhitze diese austrocknet. Durch die Nähe zur sogenannten Messina-Verwerfung ist die Landschaft recht erdbebenanfällig und die Orte der Region wurden in der Vergangenheit schon mehrfach von solchen zerstört.

Die Geschichte der Region Kalabrien:

Bereits in der Steinzeit war die Region Kalabrien besiedelt und auch heute zeugen noch Zeichnungen und Fundstücken von der langen menschlichen Vergangenheit in dem Gebiet. Doch erst ab etwa 1600 vor Christus weiß man, welche Stämme sich hier angesiedelt haben: Die Italiker, die Enotrier, die Sikuler und die Bruttier. Jene wurden allerdings durch die Kolonialisierung Süditaliens durch die Griechen ab dem 8. Jahrhundert vor Christus immer weiter vertrieben und das Gebiet griechisch. Doch bereits 500 Jahre später, nach dem Zweiten Punischen Krieg, wurde auch Kalabrien von Rom annektiert und zur Provinz des Imperiums. Nach dessen Untergang wurde das Gebiet zunächst für ein halbes Jahrhundert byzantinisches Gebiet, ehe die Normannen einen Teil Süditaliens eroberten. Mit einem Großteil des südlichen Italiens zusammen zählte die Region ab 1130 zum Königreich Sizilien, welches bis zum Jahr 1861 bestand hatte – jedoch ab Ende des 13. Jahrhunderts ohne das süditalienische Festland, welches dem Königreich Neapel anheim fiel – ehe dieses, wie alle vorherigen Staatsformen Italiens, im vereinten Königreich Italien aufging. Wirtschaftsnöte im 19. Jahrhundert und wirtschaftliche Probleme in den 60er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts führten zu großen Auswanderungswellen, welche Kalabrien in weiten Landstrichen vereinsamen ließen.

Das Klima in der Region Kalabrien:

Als südlichstes Gebiet des italienischen Festlandes zählt Kalabrien zu den heißesten Regionen der Republik. Im Winter sinken die durchschnittlichen Temperaturen selten unter acht Grad und liegen maximal bei 14° bis 16°. Im Sommer steigen sie in der Regel – besonders in den heißesten Monaten Juli und August – auf über 30° im Schnitt und kühlen auch nachts nur selten auf unter 25° ab. Die Wassertemperaturen liegen dabei im Hochsommer meist um die angenehme 25° und in dieser Zeit ist auch so gut wie nie mit Regen, dafür aber mit bis zu zehn Stunden Sonnenschein zu rechnen. Die verregneten Tage sind dafür zwischen Oktober und Januar anzufinden.

Freizeitmöglichkeiten in der Region:

Wie alle am Wasser angesiedelten Regionen Italiens bietet auch Kalabrien ein reges Freizeitangebot in diesem Element. Schwimmen, Tauchen und Segeln stehen hier an oberster Stelle und mit den schönsten Tauchrevieren im italienischen Mittelmeer hat die Region auch einiges dahingehend zu bieten. Am Besten widmet man sich dem Wassersport zwischen April und Oktober, wenn die Wassertemperaturen zwischen 18° und 25° liegen. Doch auch Golfer oder Paraglider finden in dieser Landschaft ihre Erfüllung und dies beinahe das ganze Jahr durch. Nur die Paraglider müssen in den kältesten Wintermonaten damit rechnen, keine optimale Thermik zu haben. Radfahren, Mountainbiking und Wandern kann man in seinem kalabrischen Urlaub das ganze Jahr über tun, derweil der Wintersport auf den kilometerlangen Loipen der Sila Grande nur zwischen Dezember und Februar möglich ist, in denen die Sportler durch eine traumhafte Landschaft, an vereisten Seen entlang fahren können.

Sehenswürdigkeiten in der Region Kalabrien:

Kalabriens Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich nicht nur auf die beeindruckende Bergnatur und den herrlichen, teilweise gar traumhaften Stränden an der 800 Kilometer langen Küste, sondern auch auf eine Vielzahl an architektonischen Meisterwerken. Die Region liegt jenseits des Massentourismus und wurde auch von der Industrie bis heute wenig beeinflusst, wodurch die Landschaft weitestgehend unberührt ist und die Kalabresen auch jetzt noch Traditionen und Brauchtum aktiv leben. Entsprechende Zeugnisse findet man in fast jedem Ort, wo Werke der Holzschnitzerei, Weberei und des Korbflechtens als traditionelle Kunst dargestellt werden. Einige Museen zeugen von den jahrhundertealten Traditionen, beleuchten dabei aber auch die restliche Geschichte der Region, wie zum Beispiel das Museo Nazionale della Magna Grecia, welches in Reggio di Calabria zu finden ist. Die Region bietet zudem eine Vielzahl an teilweise gut erhaltenen Kirchengebäuden aus der byzantinischen Zeit, die alle entsprechend besichtigt werden können. Dazu zählen zum Beispiel Chiesa San Giovanello im Ort Gerace oder die Cattolica in Stilo. Aus der Antike heraus gibt es noch diverse Ausgrabungsstätten, die Besuchern ebenfalls offen stehen, wie die von Sybaris oder auch von Lokroi. Normannische Zeugnisse wiederum findet man vor Allem in den vielen Befestigungsbauten und –anlagen, die über die ganze Region verstreut sind – Cosenza und Nicotera sind nur zwei derer zu Nennenden. Die Erdbeben der letzten Jahrhunderte haben viele Gebäude der Region zerstört, dennoch wurden einige davon mancherorts wieder neu – im alten Stil errichtet – so dass sie, wie die Kathedrale von Reggio Calabria, in neuem Glanz von der Vergangenheit erzählen können.

Küche und Spezialitäten:

Die Armut der Region, besonders in der Vergangenheit, mancherorts auch heute noch, prägt die Küche Kalabriens genauso, wie es die Traditionen und strengen Rituale der Speisenzubereitung zu Festen und Feiertagen in der Vergangenheit tat. Jeder Feiertag hatte seine eigene Speisenfolge und auch heute ist dies noch oftmals in der heimischen Küche so anzutreffen. Dabei spielt Gemüse eine wichtige Rolle innerhalb der Rezepte, besonders Auberginen, Tomaten, Paprika und rote Zwiebeln sind dabei zu nennen. Das scharfe Gewürz Peperoncino dient zudem fast immer zur Geschmacksverfeinerung. Wie in beinahe ganz Italien ist auch die Pasta ein wichtiger Bestandteil der hiesigen Küche und Brot darf in jener ebenso nicht fehlen. Durch die Nähe zum Meer sind Fisch und Meeresfrüchte beliebt, jedoch nur in der Küstenregion, während im Landesinneren vor Allem Schweinefleisch an erster Stelle steht. Rindfleisch findet sich hier kaum, derweil Schaf und Ziege einen großen Zuchtanteil darstellen. Vor Allem zur Herstellung der vielen verschiedenen Käsesorten, die hier heimisch sind. Durch das warme Klima der Region ist letztlich auch Obst ein sehr wichtiger Bestandteil und neben Melonen sind besonders Zitrusfrüchte eine beliebte Nach- und Zwischenspeise bei den Einwohnern, wie auch den Besuchern.