Die Amalfiküste

Italienischer Name: Costiera Amalfitana

Fläche: 99,38 km²

Einwohner: ca. 423,84 pro km²

Region: Kampanien

Lage

Geschichte

Klima und Freizeitmöglichkeiten

Sehenswürdigkeiten

Gastronomie und Unterhaltung

Urlaubsangebote

Die Lage der Amalfiküste:

Amalfiküste

Die Lage der Amalfiküste

Die Amalfiküste liegt in der Region Kampanien und bildet einen 50 Kilometer langen Küstenabschnitt in der südlichen  Halbinsel von Sorrent  mit atemberaubenden Blick auf den Golf von Salerno. Die Amalfiküste ist auf der ganzen Welt für ihre natürliche Schönheit berühmt und beheimatet eine Vielzahl an wichtiger historischer Stätten. Diese Bilderbuchküste erstreckt sich von Positano nach Vietri und ist ein UNESCO Weltkulturerbe. Die Amalfiküste ist nach der Stadt Amalfi benannt, die nicht nur den geographischen, sondern auch den historischen Kern der Küste bildet. Ebenso ist die Amalfiküste für ihre Vielfalt bekannt. Jeder der Orte hat seinen eigenen Charakter und seine eigenen Traditionen. Die traditionellen Produkte der Amalfiküste reichen von dem legendären Limoncello, einem Likör aus Zitronen, bishin zu Sardellen und handbemalten Töpferwaren. Die wichtigsten Orte der Amalfiküste sind neben Amalfi Positano, Vietri, Cetara, Praiano, Scala, der älteste der Amalfiküste und Ravello.

Die Geschichte der Amalfiküste:

Die Geschichte von Amalfi, das im vierten Jahrhundert von den Römern gegründet wurde, bewegt sich zwischen Legende und Wirklichkeit. Amalfi soll angeblich von einer Schar an reichen Patriziern gegründet wurden sein, die auf ihrer Reise nach Konstantinopel Schiffbruch erlitten haben sollen. Nachdem sie später ihre Reise zurück nach Rom antraten, machten sie zuerst halt in Palinuro, dann vorübergehend in Melphe und Eboli. Zu guter letzt ließen sie sich dann  dauerhaft an einem Ort nieder, denn sie  „Amelphes“ nannten. Als nun vor kurzem die Überreste einer römischen Villa aus einer viel früheren Periode entdeckt wurden, wurde der einstig geschichtliche Fakt der Gründung von Amalfi schnell zu einer Legende.

Amalfi an der Amalfiküste

Amalfi an der Amalfiküste

In der Antike der Amalfiküste war das Meer die einzige Ressource der Bewohner, denn der felsige Boden machte Landwirtschaft und Ackerbau beinahe unmöglich. Schon in diesen alten Zeiten war  „Amelphes“ zusammen mit der gesamten Küste ein Zentrum des Seehandels und eine Ruhestätte für Segler. Mit dem Seehandel nahm auch die wahre Geschichte der Amalfiküste ihren Anfang.

Nach dem Sieg von Narses über die Goten im Jahre  553 fiel Amalfi unter  byzantinische  Herrschaft und wurde zu einem Bischofssitz. Im Jahr 786 wurde Amalfi von dem langobardischen Herzog  Arechi di Benevento belagert, doch aufgrund der Schwäche und der Abgeschiedenheit der Regierung von Konstantinopel gelang es Amalfi sich zu befreien und sich dem Herzogtum von Neapel anzugliedern. Dies war der Beginn eines  florierenden Handels, der nicht nur Amalfi, sondern auch die gesamte Küste zu einem  der reichsten Orte der gesamten  Halbinsel machte. 812 erlitten die Sarazenen in Amalfi eine schwere Niederlage. Aber schon bald danach, nämlich am 1. März 838 nutzte der Herzog Sicardo von Benevento einige interne Meinungsverschiedenheiten und griff Amalfi an. Nach der bitteren Niederlage wurde ein Großteil der Bürger von Amalfi und der restlichen Amalfiküste nach Salerno abgeschoben. Doch schon eine kurze Zeit später wurde der Herzog ermordet und das Schicksal der Amalfiküste begann sich erneut zu wenden. Das Volk der Amalfiküste kehrte an seinen Herkunftsort zurück und  im Jahre  839 wurde aus dem Küstenabschnitt das unabhängige Herzogtum von Amalfi.

Positano an der Amalfiküste

Positano an der Amalfiküste

In den darauffolgenden zwei Jahrhunderten erreichte die Republik Amalfi den Höhepunkt ihrer Glanzzeit. Die Flotte der Seerepublik Amalfi verkehrte im gesamten Mittelmeerraum und der Handel florierte wie nie zuvor. Es wurden seltene und sehr wertvolle Stoffe, Seide aus dem Fernen Osten, Gewürze, Parfums und Elfenbein importiert. Die Republik Amalfi errichtete in Konstantinopel, Acconia, Laodicea, Beirut, Jaffa, Tripolis in Syrien, Zypern, Alexandria, Ptolemais und anderen großen Städten des Mittelmeerraums ihre eigenen Handelsbezirke.  In Italien waren die Handelsbezirke der Republik Amalfi in  Salerno, Neapel, Benevento, Capua, San Germano,  Barletta, Taranto, Francavilla, Cosenza, Reggio, Catania, Mazara del Vallo und Siracusa präsent. Die maritimen Gesetze der Republik Amalfi, die berühmte “Tabula Amalpha” galten im gesamten Mittelmeerraum.  Des Weiteren errichtete die Republik Amalfi in  verschiedenen Städten des Mittelmeers, Büros, Wohnhäuser, Kirchen und Krankenhäuser.

Die Dekadenz der Republik Amalfi kam aufgrund interner Konflikte sehr vorzeitig. Der Reichtum, der von den einzelnen Bürgern angesammelt wurde, führte zu Egoismus und übertriebenem Individualismus.  Im Jahre 1039 nutzte Prinz Guaimario IV  von Salerno  im Bündnis mit den Normannen den stark nachlassenden Zusammenhalt der Händler als Chance zum Angriff. Der normannische Herzog Robert Guiscard wurde 1073 zum “Herrn von  Amalfi“ ernannt.

Im Jahre  1087 wagte Pantaleone Comite Maurone, ein edler Bürger von Amalfi und Stifter der Bronzetüren, die heute noch in der Kathedrale von Amalfi bewundert werden können, zusammen mit einigen Landsleuten und der Hilfe der Pisaner und Genuesen die Herrschaft des Prinzen von Tunis zu stürzen und im Jahre 1096 erlangte die Republik Amalfi erneut seine Unabhängigkeit. Doch schon bald musste die  Republik Amalfi die Souveränität der normannischen Fürsten anerkennen, die der Republik aber die administrative Autonomie gewährten. Jedoch musste die  Republik Amalfi seine gesamten Festungen abgeben.

In den Jahren 1135 und 1137 begann der wahre Niedergang der Republik Amalfi, als die Pisaner zusammen mit Atrani an der Amalfiküste einfielen und fast alles zerstörten. Im Jahre 1343 wütete ein Sturm ungeheuren Ausmaßes über der  Amalfiküste und zerstörte alles,  was von der glorreichen Republik übriggeblieben war.

Als  1923 Mauritius Cornelius Escher das erste mal an die Amalfiküste kam, war er von ihrem außerordentlichen Anmut derart entzückt, so dass sie zur  Inspiration  für viele seiner Werke wurde. Zwischen 1922 und 1935 schuf der Künstler hier mehr als  hundert Werke. In der Nachkriegszeit strömten schließlich Abenteurer und Künstler aller Art an die Amalfiküste. Seit dieser Zeit ist die Amalfiküste das Ziel der Schönen und Reichen, Schauspieler, Entertainer und Regisseure, die hier jeden Sommer die fantastische Fusion  aus Kunst und Natur, Poesie und Schönheit genießen.

Klima und Freizeitmöglichkeiten an der Amalfiküste:

Wenig Regen, viel Sonne, so einfach läßt sich das Klima der Amalfiküste zusammenfassen. Die seltenen Regentage gelangen bei den vielen Sonnenstunden und dem schönen Wetter fast in Vergessenheit. Im Sommer zeigt sich die Amalfiküste in voller Blüte und üppiger mediterraner Vegetation. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Januar bei 13, im Februar und März bei 15, im April, Mai und Juni zwischen 17 und  19, im Juli, August, September und Oktober zwischen 21 und 27, im November bei 17 und im Dezember bei 14 Grad. Im Herbst und Winter gibt es nicht mehr als 8 bis 9 Regentage pro Monat und im  Frühjahr und Sommer nicht mehr als 6 Regentage pro Monat.

Positano ist  Dank seiner  Bekleidungsgeschäfte, exklusiven Hotels und den vielen Nachtclubs  einer der berühmtesten und exklusivsten Destinationen der Amalfküste. Ebenso sollte man bei einem Urlaub an der Amalfküste die Besuche in  Minori und Maiori, sowie in dem wunderschönen Amalfi nicht verpassen. Zu den weiteren Höhepunkten zählen ein Schaufensterbummel in Vietri sul Mare und ein Abstecher in das wunderhübsche Ravello, wo jedes Jahr zahlreiche Prominente und Intellektuelle ihren Urlaub verbringen und sich von dem charakteristischen Charme und den berühmten Villen angezogen fühlen. Einer der atemberaubendsten Strände der Amalfiküste ist der Strand von Conca dei Marini.  Die Liebhaber des Gourmet-Essens sollten sich die  Gegend von Agerola keinesfalls entgehen lassen. Eines der spektakulärsten Naturwunder der Amalfküste ist die Smaragd-Grotte in Conca dei Marini.

Aufgrund der Nähe zu Neapel kann man von der Amalfiküste aus für ein paar Tage Ausflüge auf traumhafte Inseln unternehmen. Man kann von Neapel zum Beispiel die Fähre nach Lipari, Ischia, Capri oder Sizilien nehmen.

Sehenswürdigkeiten an der Amalfiküste:

Die glorreiche Vergangenheit und die Schönheit der Landschaft haben die Stadt Amalfi zu einem wichtigen Anziehungspunkt für Touristen aus ganz Europa werden lassen. Nach dem obligatorischen Besuch  im Dom von Amalfi kann man durch die reizvollen Straßen schlendern und die Düfte, Aromen und traumhaften Ausblicke der Stadt Amalfi genießen.

Amalfiküste bei Ravello

Blick von der Terasse der Villa Cimbrone auf die Amalfiküste bei Ravello

Der Charme der Landschaften, sowie die Monumente und Villen von Ravello locken seit jeher viele europäische Künstler auf der Suche nach Inspirationen an. Bei einem Besuch in Ravello sollte man sich keinesfalls nur auf die herrliche Landschaft beschränken. Zu den architektonischen Höhepunkten von Ravello gehören die  Villa Rufolo, Villa Cimbrone und die Kathedrale.

Vietri sul Mare ist die Stadt der Keramikkunst und gilt als die “erste Perle” der  Amalfiküste. Die Kunst der Töpfermeister beruht auf Jahrhundert alten Traditionen, die hier seit jeher von Generation zu Generation weitergegeben werden. Die Meisterwerke dieser Kunst sind im Keramikmuseum  der Villa Guariglia in Raito, sowie im Cargaleiro Museum zu bewundern.

Eingebettet in die Berge mit herrlichem Blick aufs Meer ist Positano das Traumziel all derjeniger, die sich nach Erholung  und Ruhe sehnen. Neben den wunderschönen Stränden Marina Grande und Fornillo bietet Positano einige erstaunliche Sehenswürdigkeiten, wie etwa die Kirche Santa Maria Teresa dell’Assunta mit ihrer herrlichen Majolika-Kuppel, die Sarazenentürme, sowie die beiden kleinen Ortsteile Nocelle und Montepertuso.

Das winzige Atrani hat bis heute das Aussehen eines intakten, mittelalterlichen Fischerdorfes bewahrt und ist das zweitkleinste Dorf in ganz Italien.

Das idyllische Maiori wurde bereits von den Griechen, Römern und Etruskern bewohnt. In Maiori befindet sich der längste Strandabschnitt der Amalfiküste. Bei einem Spaziergang durch Maiori gibt es die Stiftskirche von S. Maria a Mare und die Burg von  S. Nicola de Thoro-Plano  zu besuchen.

Die römische Villa aus dem erste Jahrhundert n. Chr  ist wohl die Hauptattraktion von Minori. Sie wurde für einen römischen Adeligen erbaut, der hier mit seiner Familie seine Sommerferien verbrachte.  In der Tat ist Minori seit jeher ein beliebtes Reiseziel wohlhabender Römer. In den malerischen, bunten Gassen von Minori erlebt man Momente purer Entspannung und Ruhe.

Gastronomie und Unterhaltung:

Es ist erstaunlich, wie die gastronomischen Spezialitäten an den verschiedenen Orten der Amalfiküste variieren. Sie sind nur wenige Kilometer voneinander entfernt und dennoch bietet jeder Ort seine eigenen Spezialitäten und seine ganz eigene Art der Zubereitung. Die Küche der Amalfiküste bietet eine Vielzahl an Gerichten mit unvergleichlichen Aromen, wie zum Beispiel “sarchiapone di Atrani”, einem Gericht, das aus Kürbis, Käse und Hackfleisch besteht und in Tomatensauce gekocht wird.

Die Hauptgerichte der Amalfiküste bestehen hauptsächlich aus Fisch, sowie Schalen-und Krustentieren. Die frischen Fische der Amalfiküste stellen auch ohne viele Gewürze und Beigaben eine einzigartige Gaumenfreude dar.

Die Desserts und Liköre der Amalfiküste basieren auf der Zitrone, die auch die eigentliche Grundlage für viele Vorspeisen und Hauptgerichte ist.  Die besten Rotweine der Amalfiküste stammen aus Ravello, Furore und Tramonti.

Die Amalfiküste ist auch ein Ort  für jede Menge Spaß und Unterhaltung. Die Bars mit Live-Musik, Diskotheken am Meer und Restaurants, die bis spät in die Nacht  geöffnet sind, sorgen  für ein buntes Nachtleben.

An der Amalfiküste werden auch viele Traditionen zur Erinnerung an ihre  berühmtesten Besucher aufrechterhalten. Der einzigartige Charme der Amalfiküste wurde für viele Künstler zur Inspiration ihrer Meisterwerke.  So dienten zum Beispiel die romantischen Gärten der Villa Rufolo in Ravello für Richard Wagner zur Inspiration für Klingsors Zaubergarten. Nach seinem Besuch in Ravello gab Richard Wagner dem berühmten russischen  Maler Joukounowhy den Auftrag, das Szenarium zu reproduzieren und seit diesem Tag an erscheint in allen Theatern der Welt im zweiten Akt von Parsifal eine Nachbildung der Gärten der Villa Rufolo.

Die Bewohner von Ravello hegen bis zum heutigen Tag eine große Liebe und Begeisterung für Wagner. Als Erinnerung und Dankbarkeit an Wagner finden jedes Jahr im Sommer in der Villa Rufolo eine Vielzahl an Wagner-Konzerten statt.