Die Region Piemont

Italienischer Name: Piemonte

Fläche: 25.399,83 km²

Einwohner: ca. 4.400.000

Hauptstadt: Turin

Lage

Geschichte

Klima

Freizeitmöglichkeiten

Sehenswürdigkeiten

Küche und Spezialitäten

Urlaubsangebote

Lage der Region Piemont:

Die Lage der Region Piemont

Die Lage der Region Piemont

Die Region mit der zweitgrößten Fläche Italiens, einer naturgeografischen dreiteiligen Aufteilung und einer vierfachen Sprachenvielfalt ausgestattet ist das Piemont. Im Nordwesten angrenzend an das Aostatal, im Südosten an die Emilia-Romagna, im Norden an die Schweiz – sowohl an das Kanton Wallis als auch Tessin – im Süden an Ligurien, im Westen an Frankreich – die Provinzen Rhône-Alpes und Provence-Alpes-Côte d’Azur – und im Osten an die Lombardei, gliedert sie sich in drei Teile: im Norden die Alpenregion mit ihren okzitanischen Tälern bis hin zum Lago Maggiore, mit den Bergen Monte Rosa und Gran Paradiso, gefolgt von der Po-Ebene, in der die meisten Menschen der Region leben, und dem Hügelland im Südosten, das vor Allem landwirtschaftlich und touristisch genutzt wird.

Die Geschichte der Region Piemont:

Geschichtlich ist das Piemont erst nach dem Zerfall des römischen Reiches aus der Unbekanntheit hervorgetreten. Zunächst wechselten die Bewohner während der Völkerwanderung innerhalb von wenigen Jahren stetig, bis im 10. Jahrhundert sogar die Araber in diese nördliche Region eindrangen und schlussendlich das Haus Savoyen die Macht über das Gebiet erlangen konnte. Doch Frieden kehrte damit nicht ein. Im Gegenteil: fortan stritten sich Frankreich und das Haus der Habsburger um diese Gegend. Nach dem Wiener Kongress im Jahre 1815 entwickelte sich die Region, samt den angegliederten Gebieten, zur Führungsmacht im Kampf um die nationale Einheit und Unabhängigkeit Italiens und wurde sogar die Spitzenkraft innerhalb der Einigungsbewegung. Mit der Ernennung des Savoyers Viktor Emanuel II. zum italienischen König, wurde das bis dato in Piemont gültige Verwaltungssystem auf ganz Italien ausgeweitet und hat dieses lange Zeit bestimmt. Nach der Gründung der Republik – im Anschluss an den zweiten Weltkrieg – und der damit einhergehenden Dezentralisierung, sollte es jedoch noch bis in die 70er Jahre dauern, bis die heutige Region Piemont geschaffen wurde. Nach zwischenzeitlich schweren Zeiten, auch auf Grund von Arbeiterunruhen Ende der 60er Jahre, aus denen sich die Terror-Gruppe Rote Brigade entwickelte, ist das Piemont heute ein stark dienstleistungsorientierter Wirtschaftsraum mit großem touristischem Andrang.

Das Klima in der Region:

In den Höhenlagen des Piemonts herrscht das südliche Gebirgsklima vor, welches mit durchschnittlichen Tiefsttemperaturen um -5° Celsius im Winter und Höchsttemperaturen von 23° im Sommer aufwarten kann. Das Flachland bietet ein gemäßigtes Klima, in dem die Winter kühl, feucht und nebelreich sind, derweil die Sommer sich lang und warm präsentieren. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt hier bei 13°, wobei im August auch Werte von weit über 30° erreicht werden können.

Freizeitmöglichkeiten in der Region:
Landschaft in Piemont

Landschaft in Piemont

Die Alpenregion bietet sich vom Spätfrühjahr bis Frühherbst besonders für Bergwanderungen und Mountainbiketouren, jedoch auch Klettern, Paragliding und Golfen an. Im Winter sind hier jegliche Skisportarten möglich, die man je Höhenlage bis zu sechs Monaten im Jahr durchführen kann. Die besten Urlaubs- und Reisezeiten für das Flachland sind das Frühjahr, der Sommer und der Frühherbst, wobei man in diesem mit viel Regen rechnen muss. Kulturinteressierte, die sich besonders auf die Städte konzentrieren möchten, sind jedoch zumeist jahreszeitenunabhängig und können das Piemont das ganze Jahr über genießen. Weintouren, Wandern, Mountainbiken, kulinarische Rundreisen und Sightseeing sind in dieser Region besonders beliebt und ermöglichen einen erholsamen Urlaub.

Sehenswürdigkeiten in der Region Piemont:

Das Piemont bietet eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, von denen die beeindruckendste ganz sicher die Hauptstadt Turin ist – la città dell’automobile. Hier – in der einstigen capitale Italiens – wurde Fiat gegründet und ihre Architektur zeugt auch heute noch von einer langen und reichen Vergangenheit. Für Naturliebhaber ist der Nationalpark Gran Paradiso ein Muss. Dieses Reservat, nahe des Aostatals gelegen, bietet herrliche Wandergebiete mit der Garantie für Gams- und Steinbockbegegnungen. Zum Wandern bietet sich auch die Via Francigena an, welche einst ein Pilgerweg für Gläubige aus Frankreich in Richtung Rom war und in beide Richtungen erlaufen werden kann und wo man auch heute noch mittelalterliche Kloster entdecken und besichtigen kann. Orte wie Canavese, Biellese, Novarese und Vercellese sollten auf einer Tour durch die Region ebenfalls nicht fehlen, denn hier empfindet man die Entwicklung der Region hervorragend nach. Und natürlich sollte man die großen Seen nicht außer Acht lassen: Orta, Mergozzo und Stresa liegen dem Monte Rosa zu Füßen und sind von Naturparks, Villen und Kirchen umgeben, die zum entdecken und erholen einladen.

Küche und Spezialitäten:

Die Küche der Region ist etwas ganz Besonderes, denn sie hat kaum etwas mit der typischen italienischen Küche gemein – von ihrer Perfektion und Schmackhaftigkeit einmal abgesehen. Die Speisen sind in der Regel bodenständig, ausgefallen und mit einem leichten Hauch französischem Ursprung versehen. Besonders hervorzuheben sind der Käse, die Wurst und der Trüffel, denn in keinem Gebiet Italiens gibt es so viele verschiedene Qualitätskäsesorten, so besondere Wurstsorten wie die Mortadella di fegato oder die Trüffelsalami und so viele Trüffel, die als Diamanten des Piemonts gelten. Eben jene finden sich als Gewürz in vielen Gerichten wieder. Die Nüsse des Piemonts sind weltberühmt, denn sie dienen als Grundlage für die beliebteste Nuss-Nougat-Creme Europas und eine der beliebtesten Schoko-Nuss-Süßigkeiten. Dolci – in Form von Nachspeisen – gibt es in dieser Region in Hülle und Fülle, wobei sie sich teilweise weltberühmt nennen dürfen. Reis, Polenta, Grissini und natürlich der Wein, der hier mit den besten Anbaugebieten Italiens aufwarten kann – zum Beispiel der Barolo, Barbaresco, Gavi oder Furmentun, sind über die Region hinaus, weit bekannt und beliebt.